Fort Kochi (Cochin) ist das erste Bauwerk europäischen Typs in Indien, mit dem die heutige große Hafenstadt an der Küste des Arabischen Meeres im Bundesstaat Kerala begann. Kochi nimmt einen Teil einer Halbinsel, ein Stück des Festlands und eine ganze Streuung kleiner Inseln ein. Die geografische Lage Keralas — ein schmaler Streifen zwischen Meer und Bergen — führte seit jeher zu engen Kontakten der einheimischen Bevölkerung mit seefahrenden Zivilisationen. Zu ihrer Zeit kamen hierher Ägypter, Chinesen, Römer, Araber und Europäer, und jedes dieser Völker hinterließ eine Spur in der Kultur und Architektur Keralas.

Eine Mischung mittelalterlicher europäischer Architektur

Fort Kochi ist ein Beispiel der sogenannten Kerala-Architektur: einfache Formen, klare Linien und ein steiles Dach, das vor den häufigen Monsun-Regengüssen schützt. Mit dem Bau begannen die Portugiesen, dann brachten die Holländer und die Engländer ihre eigenen Verbesserungen ein. Heute ist es ein ganzes Labyrinth aus engen, stellenweise noch gepflasterten Gassen und alten Gebäuden mit Bogenfenstern, schmiedeeisernen Gittern und von der Zeit gezeichneten Holzdetails.

In Fort Kochi entstand um 1503 die erste europäische Kirche Indiens — die älteste christliche Kirche des Landes, die Kirche des heiligen Franziskus. Hier wurde 1524 Vasco da Gama bestattet, weshalb die Kirche oft mit seinem Namen in Verbindung gebracht wird. Als die Engländer den Fort in Besitz nahmen, ging die Kirche an die anglikanische Kirche über.

Fort Kochi — interessante Fotos

 

Der berühmte Portugiese

1524 starb in Kochi der berühmte portugiesische Seefahrer Vasco da Gama — der Erste, der den Seeweg von Europa nach Indien erschloss. In den letzten Jahren seines Lebens bekleidete er das Amt des Gouverneurs und Vizekönigs von Portugiesisch-Indien. Nach seinem Tod wurde sein Leichnam in der Kirche auf dem Gelände des Forts bestattet. Etwa anderthalb Jahrzehnte später wurden die Gebeine des Seefahrers nach Portugal zurückgebracht, und fast drei Jahrhunderte danach im Hieronymuskloster in Lissabon umgebettet.

Das war bereits die dritte Expedition Vasco da Gamas nach Indien. Den vierundsechzigjährigen Seefahrer begleiteten auf der Reise seine beiden erwachsenen Söhne. Bei seiner Ankunft in Cochin war da Gama unangenehm überrascht von der Bestechlichkeit und den Missbräuchen der Kolonialverwaltung und begann mit fester Hand, in dem ihm anvertrauten Gebiet Ordnung zu schaffen. Doch Ende Dezember 1524 setzte die Malaria dem Wirken dieses mutigen Mannes ein Ende.

Sehenswürdigkeiten von Fort Kochi

Entlang des Ufers von Fort Kochi, direkt an der Mündung des Hafens — gegenüber der Insel Vypin — flattern über dem Wasser riesige, auf Holzrahmen gespannte Segel. Das sind die berühmten chinesischen Fischernetze. An einem langen, stabilen Balken, der mit einem Ende an einer Plattform befestigt ist, wird waagerecht ein Rahmen mit einem gespannten Netz gehalten. Bei einsetzender Flut lässt eine Mannschaft aus mehreren Personen das Gerät ins Wasser, und bei Ebbe hebt sie es mit dem Fang.

Auf dem Gelände von Fort Kochi befinden sich das Indo-Portugiesische Museum, ein alter holländischer Friedhof aus der Kolonialzeit, ein Schifffahrtsmuseum und hinduistische Tempel, und in der Nähe, im jüdischen Viertel, die Paradesi-Synagoge. Ende Dezember findet hier ein farbenprächtiger Cochin-Karneval statt. Entlang des Ufers verstreut liegen kleine Cafés, Restaurants und Souvenirläden; die Meeresfrüchte hier sind stets frisch — man kann den Koch bitten, den Fisch direkt vor einem zuzubereiten.

Hotels in der Nähe von Fort Kochi

Informationen für Touristen

Das Klima der arabischen Küste ist für Europäer angenehm: Es gibt hier keine extreme Hitze oder Kälte. Doch die Monsune bringen starke Regenfälle, manchmal richtige tropische Güsse. Die beste Reisezeit ist von November bis März: Das Wetter ist mäßig warm, geeignet sowohl für einen Strandurlaub als auch für Ausflüge. Der Fort liegt an der Mündung des Stadthafens; man erreicht ihn mit dem Bus oder der Fähre.

Fort Kochi wird oft einbezogen in Ayurveda-Reisen nach Indien: Spaziergänge durch die Altstadt lassen sich gut mit einem Gesundheitsprogramm verbinden.