Ayurveda im Zentrum Nagarjuna
Kaladi, Kerala
Sringeri ist eine kleine indische Stadt mit einer einzigen Hauptstraße, die zum Tempelkomplex Sringeri Mutt führt. Sie liegt im Südwesten Indiens, im Bundesstaat Karnataka. An den Ufern eines Flusses, der sich zwischen den Ausläufern der Westghats windet, sind Tempel von erstaunlicher Schönheit verstreut, die versteinerter Spitze gleichen. Hier gibt es einen Ashram, in dem Pilger und Reisende Unterkunft finden, sowie viele Cafés und Souvenirläden.
Aus dem Sanskrit übersetzt bedeutet «Matha» (Mata) ein Kloster, eine Bildungseinrichtung. Die ersten hinduistischen Klöster entstanden bereits einige Jahrhunderte v. Chr., doch weit verbreitet wurden diese abgeschiedenen Stätten der Weisen erst in der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends.
Sringeri Sharada ist eines der ersten Klöster, in dem eine der Schulen der hinduistischen Philosophie — Advaita Vedanta — studiert und entwickelt wurde. Das Heiligtum verdankt seine Gründung dem berühmten Weisen Adi Shankara, der im 8. Jahrhundert lebte. Er sammelte verstreute theologische Quellen, systematisierte das darin bewahrte Wissen und hinterließ zahlreiche Kommentare zu den Veden.
Es gibt eine Legende darüber, warum der Weise gerade diesen Ort wählte. Einst sah Shankara am Flussufer, wie eine Kobra mit gespreiztem Nackenschild einen eierlegenden Frosch vor den brennenden Sonnenstrahlen schützte. Der Weise entschied, dass ein Ort, an dem selbst ewige Feinde ihre Instinkte überwinden konnten, hell und fromm sei. Hier gründete Shankara einen Tempel zu Ehren von Sharada, der Göttin der Weisheit. Außer ihm gibt es auf dem Gelände das alte majestätische Heiligtum Vidyashankara und einige weitere kleine Tempel.
Den Eingang zum Tempelbereich schmückt ein fast vierzig Meter hoher Torturm. Die vielfarbigen Stockwerke, die sich allmählich verjüngen, streben nach oben, und jedes ist mit bunt bemalten Skulpturen, Säulen und Friesen geschmückt. Der Bau dieses monumentalen Turms wurde erst vor Kurzem abgeschlossen — im Jahr 2014.
Sri Sharada ist ein großer aktiver Tempel und ein Wallfahrtsort. Das Heiligtum wird sorgfältig gepflegt: Es wird renoviert, etwas wird an- und umgebaut, sodass die Innenausstattung eine bunte Mischung aus alter Arbeit und späteren Erneuerungen ist. In der Mandapa — einer offenen Halle mit Kolonnade — erheben sich in zwei Reihen weiße Steinsäulen mit geschnitzten Darstellungen göttlicher Wächter und mythischer Wesen.
Der Weg für die Parikrama — die rituelle Umschreitung des Heiligtums, begleitet von Gebeten — ist eher schlicht. Doch die Altarwand glänzt von goldenem Schmuck, und der Boden ist mit Mustern bemalt, die Glück bringen sollen. Der Torturm hier ist nicht hoch und wurde offenbar kaum verändert.
Der alte Bau (1338) steht am Ufer des Flusses Tunga, neben einer Brücke zum gegenüberliegenden Ufer. Der Tempel ist mit unzähligen Säulen, geschnitzten Darstellungen von Gottheiten und durchbrochenen Friesen geschmückt; an den Außenwänden gibt es buchstäblich keine schnitzfreie Stelle. Das Gebäude krönt eine Kuppel von erstaunlicher Schönheit mit einer goldenen Spitze. Das Heiligtum gleicht einem unerschütterlichen Granitfelsen, an dem sich die Wellen der Zeit seit Jahrhunderten machtlos brechen.
Aus der gestuften Plattform des Sockels wächst ein ganzer Wald von Säulen, unterteilt durch sechs Eingänge. Jede Vorhalle bewachen Dvarapalas — steinerne Abbilder von Torhütern. Gewöhnlich werden solche Bildwerke gleich gestaltet, in Form bewaffneter Krieger, Dämonen oder Riesen, doch hier sind die Statuen verschieden. Die einen umklammern traditionelle indische Dreizacke, andere schlagen rituelle Trommeln, wieder andere halten heilige Symbole des Hinduismus — mit Schnitzwerk verzierte riesige Muschelschalen. Auf den geschnitzten Friesen schreiten majestätisch Elefanten und Löwen, zwischen denen skulpturale Gruppen von Gottheiten angeordnet sind.
Der Tempel ist klein und sehr alt und innen mit geschnitzten Säulen von erstaunlicher Schönheit geschmückt. Seine Intimität und Gelassenheit unterstreichen religiöse Gesänge, die aus unauffälligen Lautsprechern erklingen: Die Gläubigen singen Hymnen zu Ehren der Götter, und manchmal rezitiert einer der Geistlichen alte Texte und Mantras auf Sanskrit.
Sringeri liegt in Karnataka — einer weiteren Region mit einer starken Ayurveda-Tradition: Ayurveda in Karnataka.
Kaladi, Kerala
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