Im Ayurveda wird die Ölung genannt Schneehase (Sanskrit. Sneha — «Öl», «Weichheit»). Man unterscheidet zwischen innerer und äußerer Ölung. Bei der inneren (Schneeball) wird geklärte Ghee-Butter innerlich eingenommen — pur oder mit ayurvedischen Zusätzen, je nach Gesundheitszustand. Äußerlich ist das Auftragen von warmem Öl auf den ganzen Körper, «vom Scheitel bis zur Sohle»; eine solche Ölmassage nennt man Abhyanga. Beide Praktiken gehören zum vorbereitenden Komplex vor der saisonalen Reinigung des Körpers — Panchakarma.

Ayurvedische Ölbehandlung (Sneha) – warmes Öl und eine Messingschale

Wie die Ölung auf Körper und Gelenke wirkt

Nach ayurvedischer Vorstellung nährt warmes Öl nicht nur die Haut, sondern auch die tieferen Gewebe des Körpers — Muskeln, Gelenke, Bänder. Man geht davon aus, dass das Öl bei regelmäßiger Anwendung Tag für Tag immer tiefere Schichten «durchtränkt», weshalb die Ölung traditionell als Kur durchgeführt wird — etwa zwei Wochen, nicht einmalig. Das ist das traditionelle Modell, und in der Praxis hilft eine Kur warmer Ölbehandlungen, die Muskeln zu entspannen, die Haut zu erweichen und das Gefühl von Trockenheit und Anspannung zu lösen.

Die äußere Ölung ist auch zu Hause sicher durchzuführen, wenn einfache Regeln beachtet werden (dazu — unten).

Welches Öl für die Ölung wählen

Ein spezielles «ayurvedisches» Öl ist nicht obligatorisch. Traditionell werden kaltgepresste, unraffinierte Öle ohne Duft- und Zusatzstoffe bevorzugt; raffinierte sind nicht geeignet. Eine einfache Regel: Wenn der Geruch des Öls einem Menschen angenehm ist, passt es höchstwahrscheinlich zu ihm.

Öle zum Einölen – Sesam, Senf, Kokosnuss und ihre Samen

Die Wahl des Öls hängt von der Jahreszeit und dem Zustand ab:

  • Sesam, Mandel und Senf — wärmen (Senf wird traditionell im Winter und bei Kapha-Überschuss genommen);
  • Kokos und Olive — kühlen (Sommer, bei Erhitzung, Pitta);
  • Sonnenblume und Traubenkern — spenden Feuchtigkeit;
  • bei sehr trockener Haut und für die Gelenke wird dem Öl manchmal etwas Rizinusöl beigemischt;
  • im Allgemeinen eignet sich jedes hochwertige, erstgepresste Speiseöl.

Am häufigsten nimmt man für die Ölung im Ayurveda Sesamöl: es gilt als universell, wärmt gut, nährt die Haut und gleicht alle drei Doshas aus, besonders Vata. In Kliniken werden bei der Vorbereitung auf Panchakarma werden auf Basis pflanzlicher Öle Zusammensetzungen mit Kräutern zubereitet, die auf den konkreten Menschen abgestimmt sind. Zu Hause sollten Zusammensetzungen mit ätherischen (aromatischen) Ölen oder ayurvedischen Präparaten ohne entsprechendes Wissen nicht verwendet werden.

Ölung von Kopf und Haar

Warmes Öl auf der Kopfhaut pflegt das Haar, und die Massage selbst entspannt die Muskeln, löst Verspannungen und verbessert die lokale Durchblutung.

Kopf- und Haaröleinreibung mit warmem Öl nach Ayurveda

Leicht erwärmtes Öl wird mit sanften kreisenden Bewegungen auf Kopfhaut, Gesicht, Hals und Ohren aufgetragen. Nach etwa einer Stunde wird es abgewaschen: Zuerst wird ein mildes Shampoo ohne Wasser im Haar verteilt, dann nach und nach warmes Wasser hinzugefügt und ausgespült — zwei bis drei Durchgänge können nötig sein. Bei Zeitmangel macht man eine verkürzte Variante: Öl nur auf die Schläfen und den Punkt am Halsansatz — dann muss der ganze Kopf nicht gewaschen werden.

Ölung des Nabels (Nabhi)

Im Ayurveda gilt der Nabel (Nabhi) als eines der wichtigen Zentren des Körpers, verbunden mit der Verdauung und, nach traditioneller Vorstellung, mit einem Netz von Energiekanälen (Nadi). Seiner Pflege ist eine eigene Praxis gewidmet — Nabhi Purana («Füllen des Nabels» mit Öl).

Man macht es einfach: Abends werden ein paar Tropfen warmes Öl (meist Sesam oder Ghee) in den Nabel geträufelt, sanft mit kreisenden Bewegungen um den Nabelbereich einmassiert und für 20–30 Minuten oder über Nacht belassen.

Nabelölung (Nabhi) – Ein Tropfen warmes Öl in den Nabelbereich

Nach ayurvedischer Vorstellung beruhigt warmes Öl im Nabel Vata und wird daher traditionell angewendet:

  • zur Unterstützung der Verdauung — bei Blähungen, Schwere, Unbehagen im Bauch;
  • für Weichheit und Feuchtigkeit der Haut (einschließlich der Lippen);
  • zur Entspannung und für einen ruhigen Schlaf;
  • für Frauen — zur Linderung von Menstruationsbeschwerden.

Die Praxis ist sanft und leicht zu Hause durchzuführen. Zugleich ist es ein Wellness-Ritual, keine Behandlung: Bei Schmerzen und anhaltenden Störungen ist eine ärztliche Beratung nötig.

Ölung während der Schwangerschaft

Ayurveda geht davon aus, dass es für eine werdende Mutter wichtig ist, den Körper vor Trockenheit zu schützen. Neben der richtigen Ernährung und einer ruhigen Umgebung wird eine sanfte Ölung mit einem Basisöl empfohlen — ohne aromatische (ätherische) Zusätze und erst nach Rücksprache mit einem Arzt. Ätherische Öle können in der Schwangerschaft unsicher sein, besonders im ersten Trimester. Die Ölung macht man besser morgens, 5–10 Minuten; Öl auf den Kopf — nicht öfter als zweimal pro Woche. Die Zusammensetzung wählt der Arzt unter Berücksichtigung der Konstitution der Frau; ohne Kenntnisse nimmt man ein einfaches Speiseöl ohne Duftstoffe. Ein vollständiges Panchakarma wird während der Schwangerschaft nicht durchgeführt.

Wie man die Körperölung zu Hause macht (Schritt für Schritt)

Zu Hause macht man die Körperölung bequemer am Abend: Nach der Behandlung möchte man ruhen oder schlafen gehen, und man muss sich nicht beeilen. Ein warmer, abgeschiedener Ort ist nötig — meist das Badezimmer.

 

  1. Erwärmen Sie das Öl auf angenehm warm. Gießen Sie es in einen Glas- oder Plastikbehälter und stellen Sie ihn in eine größere Schüssel mit heißem Wasser. Die genaue Menge muss nicht abgemessen werden.
  2. Von unten nach oben auftragen. Beginnen Sie mit den Füßen, arbeiten Sie sich über Schienbeine und Oberschenkel hinauf; die Arme — von den Händen zu den Schultern. An den langen Abschnitten (Arme, Beine) — lange Bewegungen, an den Gelenken — kreisende. Widmen Sie den Problemzonen — den Gelenken, Bändern — mehr Aufmerksamkeit.
  3. Lassen Sie das Öl einziehen und schwitzen Sie ein wenig. Lassen Sie das Öl 20–30 Minuten auf dem Körper (bis zu einer Stunde ist in Ordnung). Bleiben Sie in dieser Zeit in der Wärme und bewegen Sie sich ein wenig — leichte Gymnastik, Dehnung oder eine warme Dusche helfen dem Körper, sich aufzuwärmen und leicht zu schwitzen. Im Ayurveda nennt man diese Phase Swedana (ein leichtes Schwitzen nach der Ölung): Es hilft dem Öl zu «wirken» und erleichtert das Abwaschen.
  4. Mit warmem Wasser abwaschen (wie — im nächsten Abschnitt).

Tipp: Legen Sie im Voraus ein Handtuch oder ein dichtes Tuch auf den Boden, um nicht auszurutschen, und halten Sie Lappen/Papiertücher bereit — Hände und Oberflächen werden ölig sein.

Wie man das Öl abwäscht

Warmes Öl wird mit warmem (auch heißem) Wasser abgewaschen. Traditionell verwendet man im Ayurveda anstelle von Seife Ubtan — ein Pulver aus glutenfreiem Mehl (Kichererbsen-, Mandel-, Maismehl) oder fein gemahlenem Hafer; manchmal mit Zusatz von kosmetischem Ton. Ubtan «rollt» das Öl sanft von der Haut, ohne sie auszutrocknen: Stellen Sie sich unter warmes Wasser und tragen Sie das Pulver mit leichten kreisenden Bewegungen auf den Körper auf. Damit Öl- und Mehlreste den Abfluss nicht verstopfen, decken Sie den Abfluss mit einem Sieb ab und legen Sie eine rutschfeste Matte auf den Boden.

Zu Hause können Sie es einfacher machen: das Öl mit warmem Wasser und einem milden Duschgel abwaschen. Ubtan ist ein schonenderer traditioneller Weg, aber nicht der einzig mögliche; wählen Sie nach Bequemlichkeit.

Schlussfolgerung

Die Ölung (Snehana) ist eine der vorbereitenden Phasen des Panchakarma und eine eigenständige Wellness-Praxis. Warmes Öl erweicht die Haut, nährt die Gewebe und hilft zu entspannen. Man muss sie nicht auf das Panchakarma abstimmen — eine sanfte Selbstmassage lässt sich auch zu Hause praktizieren. Zur Ölung gehört auch Shirodhara — warmes Öl, das in einem Strahl auf die Stirn gegossen wird.

Die Ölung ist eine Wellness-Praxis des Ayurveda, kein Ersatz für eine Behandlung; bei Krankheiten durchlaufen Sie sie nur nach Rücksprache mit einem Arzt. Eine vollständige Kur unter Aufsicht von Fachleuten kann man in absolvieren Kliniken Indienseine Tour auswählen.

Indische Kliniken, in denen professionelle Ölung durchgeführt wird

Häufige Fragen

Traditionell nimmt man kaltgepresstes, unraffiniertes Öl ohne Zusätze; am häufigsten Sesam (wärmt). Im Sommer oder bei Hitze eignet sich Kokos (kühlt). Ein spezielles ayurvedisches Öl ist nicht obligatorisch.

Sanfte Ölung zu Hause kann regelmäßig, bis hin zu täglich, gemacht werden, wenn sie Behagen bringt. Kur- und Intensivprogramme (besonders im Rahmen des Panchakarma) werden unter Aufsicht eines Fachmanns durchgeführt.

Der Nabel (Nabhi) wird im Ayurveda mit der Verdauung verbunden, daher wird warmes Öl im Nabel traditionell bei Blähungen und Unbehagen im Bauch, für die Weichheit der Haut, zur Entspannung und für ruhigen Schlaf angewendet, und bei Frauen — bei Menstruationsbeschwerden.

Snehana ist die gesamte Praxis der Ölung (von Körper, Kopf, Nabel, innerlich — Ghee). Abhyanga ist ihre besondere Art: eine Ölmassage des Körpers, die von einem Therapeuten oder von Ihnen selbst ausgeführt wird.

Ja, die äußere Ölung von Körper und Kopf ist mit einem Basis-Speiseöl sicher zu Hause durchzuführen. Zusammensetzungen mit ätherischen Ölen und ayurvedischen Präparaten — nur mit einem Fachmann.

Sie wird nicht durchgeführt bei Erkältung und erhöhter Verschleimung (Kapha), bei gestörter Verdauung und Schweregefühl (im Ayurveda — ein Zeichen von Ama), bei akuten Zuständen und hoher Temperatur. Bei chronischen Krankheiten und Schwangerschaft — nur nach Rücksprache mit einem Arzt.


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